Ein neuer Tiefschlag für jedes Vereinsleben war die Weltwirtschaftskrise von 1929 und die damit verbundene Arbeitslosigkeit. Nachdem die Notverordnungen des Reichskanzlers keinen schnellen wirtschaftlichen und finanziellen Erfolg erbracht hatte, wurde wie in jeder Krisenzeit, die links- und rechtsextremen Parteien Stark. Nur so kann man sich heute erklären, dass Hitler legal an die Macht kam. Diese Macht wurde rücksichtslos auch gegen Vereinen ausgeübt, die auf demokratisch- gewerkschaftlichen Grundideen aufgebaut waren. So erschien im Spätjahr 1933 zwei Polizisten und ein Parteifunktionär der NSDAP mit einem LKW vor dem Ersinger Rathaus. Sie ließen den Vorstand des Radvereines holen und teilten ihm mit, dass der Verein "vorläufig" aufgelöst sei. Alle Saalräder wurden beschlagnahmt, die Gesamten Vereinsunterlagen, Protokollbücher und Fahnen mussten abgegeben werden und wurden später auf dem Markplatz in einer Schau - öffentlich verbrannt. Nicht viel anders als mit dem Radverein verfuhr man zum Beispiel mit dem Naturfreundeverein, der DJK und den Arbeitersportverein des Bezirks.

 

 

Zweifellos den Höhepunkt seiner motorsportlichen Laufbahn erlebte Egon Brenk als er 1935 Deutscher Meister im Geschicklichkeitsfahren wurde. Hier der Zeitungsbericht:

Abendunterhaltung des Radfahrvereins "Bahn Frei" veranstaltete in der Turnhalle. Vorstand Ernst Elsinger konnte einige Gründer und als Prominentesten Gast Landessportleiter des Gaues Baden - Pfalz, Theo Körner aus Mannheim begrüßen, Nach dem Eröffnungsmarsch durch den hiesigen Handharmonikaspielring folgte der Radsportliche teil des Abends.

 

Nach dem Radreigen der Weiblichen , Männlichen und Gemischten Jugend folgte ein Lichterreigen der Damen. Eine Steigerung in Leistung und Beifall verzeichnete der Einradreigen und Steuerrohrreigen der Männer, und die sportliche Höchstleistung bot Kunstradfahrer Egon Brenk mit seinem Schützling Horst Voelsack. Diese akrobatische Kleinstücke des deutschen Meister im Geschicklichkeitsfahren ließen eine Woge der Begeisterung überschlagen. Im humorischen Abschluss des Sportleiters brachten zwei Clowns auf Einräder die Lachmuskel in Schwung. Im Mittelpunkt des Abends stand die Ehrung von Egon Brenk, der am 31 Juli dieses Jahres in Augsburg bei der Austragung der deutschen Meisterschaften im Motorsport im Geschicklichkeitsfahren deutscher Meister werden konnte. Landessportleiter Theo Körner nahm die Siegerehrung vor. Im Unterhaltenden Teil wurde von der Laienspielgruppe des Vereins das weihnachtliche Volksstück ein Aufzügen "Der Moosgruber" aufgeführt. Der Spielgruppe gehört ein Gesamtlob. Ein Weihnachtspotpourri des Handharmonikaspielrings verschönerte die Vorweihnachtliche Stimmung der großen Radfahrfamilie.